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Kolumne Stuart Truppner

Ulf Füllgraf


Wie neu ist die „neue Normalität“ wirklich?

Die globale Investmentwelt hat sich in den letzten zehn Jahren nachhaltig verändert. Der kontinuierliche Rückgang der Geldmarkt- und Bondrenditen im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich zuletzt nochmals beschleunigt und vor allem in den USA im Rahmen der laufenden Rezession das tiefe Niveau der 40iger Jahre des letzten Jahrhunderts erreicht. EJetzt stellt sich die Frage: Wie neu ist diese „neue Normalität“ wirklich? Mehr ...


28.06.2011 |  Bodo Scheffels
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Interview Günter Schlösser, VuV


„Den Blick auf die Volatilität lenken"



Sinnvolle Rendite ohne zu starke Schwankungen. Dieser Wunsch vieler Anleger ist nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre verständlich. Vermögensverwaltende Fonds können hier die richtige Lösung sein – sagt Günter T. Schlösser, Vorstandsvorsitzender des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland im Interview.

Finanzmonitor: Worin liegt die Qualität vermögensverwaltender Fonds?

Schlösser: Vermögensverwaltende Fonds, von denen unsere Mitglieder mittlerweile mehr als 100 anbieten, sind für alle Anleger interessant, die sich nicht selbst um die optimale Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen kümmern wollen – oder können. Vermögensverwaltende Fonds investieren in unterschiedliche Anlageklassen und sind dadurch breiter aufgestellt als reine Aktien- oder Rentenfonds – und können entsprechend flexibler auf Marktgegebenheiten reagieren. Die von unabhängigen Vermögensverwaltern gemanagten Fonds haben in der Regel das gesamte Universum der zugelassenen Fonds zur Verfügung, dabei wird die Auswahl strikt nach den Best-In-Class Ansatz durchgeführt. Die Risikolimitierung steht bei diesen Fonds im Vordergrund, vermeiden möchte man eine zu hohe Volatilität. Die vermögensverwaltenden Fonds vereinen diese Merkmale in einem Produkt. Das macht ihre besondere Qualität aus.

Finanzmonitor: Gerade heute sollten Fonds, die breit aufgestellt sind und Kapitalerhalt in den Vordergrund stellen, doch sehr stark nachgefragt sein. Sehen Sie einen Trend zu vermögensverwaltenden Fonds?

Schlösser: Ja, aus eigener Erfahrung und durch die Gespräche mit den Mitgliedern kann ich diesen Trend klar bestätigen – wie beispielsweise bei den Mischfonds, die in der BVI-Statistik hohe Zuflüsse verzeichnen.

Finanzmonitor: Haben vermögensverwaltende Fonds denn bereits den Stellenwert, den Sie sich wünschen?

Schlösser: Nein, da ist noch viel Potenzial nach oben. Wir als Verband wollen den Blick der Anleger verstärkt auf die Leistungen der unabhängigen Vermögensverwaltung lenken. Anleger wollen keine Produkte mehr, die zwar in einem Jahr 40 Prozent nach oben marschieren, im nächsten aber 50 Prozent verlieren. Sie bevorzugen solche Fonds, die einen dauerhaft ruhigeren Verlauf nehmen. Das genau liefern vermögensverwaltende Fonds wie beispielsweise Dachfonds oder Mischfonds.

Finanzmonitor: Woran liegt es, dass diese Fonds noch immer nur einen beschränkten Anteil am Gesamtvolumen haben?

Schlösser: Es gibt eine Vielzahl von Fonds auf dem Markt, die unter anderem auch von einer großen Anzahl kleiner und mittlerer Vermögensverwalter aufgelegt wurden. Dabei handelt es sich um Fonds mit hervorragenden Strategien, guter Performance und geringen Schwankungen. Die unabhängigen Vermögensverwalter haben diese ursprünglich für ihre eigenen Kunden aufgelegt, um auch kleinere Vermögen von ausgewiesenen Experten verwalten zu lassen. Den Vertrieb nach außen aber vernachlässigen viele – denn das bedingt oft eine Änderung des Geschäftsmodells. Wer eine individuelle Vermögensverwaltung anbietet, investiert darin sehr viel Zeit. Das Management des Fonds erfordert weitere Kapazitäten – und für den Vertrieb bleibt dann oft zu wenig Zeit übrig.

Finanzmonitor: Also müsste mehr in den Vertrieb investiert werden?

Schlösser: Ja, das wäre sinnvoll, ist aber bei den kleineren Betriebseinheiten der unabhängigen Vermögensverwaltern teilweise schwierig. Letztendlich ist es eine geschäftspolitische Entscheidung. Es wäre natürlich schön, wenn die hervorragenden Produkte unserer Mitglieder, die sich in allen Kennzahlen mit den besten Produkten am Markt messen können, auch das entsprechende Volumen auf sich zögen. Hier ist es dann tatsächlich notwendig, sein Augenmerk mehr auf den Vertrieb zu richten, sowohl gegenüber institutionellen wie privaten Anlegern. Noch wichtiger aber ist es, den Bekanntheitsgrad der vermögensverwaltenden Fonds zu steigern – sicherlich auch eine Aufgabe des Verbandes. Manche Vermögensverwalter haben dies schon frühzeitig erkannt und ihre Geschäftspolitik umgestellt und haben sich fast ausschließlich auf Management oder Beratung von Fonds und den dafür entsprechenden Vertrieb konzentriert. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Branche der Vermögensverwalter sich enorm weiterentwickelt hat.

Finanzmonitor: Wie meinen Sie das?

Schlösser: Die Vermögensverwalter nutzen eine Vielzahl unterschiedlicher Vorgehensweise zur Erreichung optimaler Renditen. Sie haben im Regelfall keine übergeordnete Hausstrategie zu beachten und legen Wert auf hohe Transparenz und Risikolimitierung. Zielfonds werden in unterschiedlichen Anlageklassen qualitativ oder quantitativ ausgesucht. Durch ihre guten Ergebnisse und die enorme Professionalisierung werden diese Fonds im zunehmenden Maße auch für große institutionelle Investoren und große Volumina interessant.
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