Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck Privatbankiers:

Robert Greil sieht den Euro weiter steigen. „Im Laufe des vergangenen Jahres hat die US-Währung rund 14 Prozent gegenüber dem Euro abgegeben – und dürfte in sechs Monaten etwa wie heute bei 1,25 stehen, auf Sicht vonzwölf Monaten aber weiter an Boden verlieren“, sagt Greil. Die Beendigung der quantitativen Lockerung durch die Europäische Zentralbank zum einen und die Stärke des weltweiten Wachstums zum anderen dürften den Euro gegenüber dem US-Dollar bei gleichzeitig immer stärker wachsender US-Verschuldung mittelfristig nach oben treiben. „Das mit der Steuerreform wachsende US-Haushaltsdefizit dürfte immer mehr zum Thema an den Devisenmärkten – und auch an den Rentenmärkten – werden. Dies insbesondere, wenn sich das spätzyklische Wachstum der US-Wirtschaft abschwächt.“

Steigende Inflation

Möglicherweise wie schon im Januar weiter stärker als erwartet anziehende Stundenlöhne in den USA führten zusammen mit Hinweisen der Fed, der Inflationstrend gehe in Richtung zwei Prozent, zu wachsendenBedenken vor schnelleren Leitzinserhöhungen sowie schneller steigenden Renditen an den Anleihemärkten, so Greil. „Ein signifikant anziehender Inflationstrend ist 2018 zwar alles andere als sicher, aber wir sollten insbesondere im zweiten Halbjahr auf Überraschungen gefasst sein. Ein überraschend stärkerer Anstieg der Inflation könnte das Szenario auslösen, das Fondsmanager und andere Akteure auf der ganzen Welt derzeit am meisten fürchten: einen Crash am Anleihenmarkt“, sagt Greil.