21.04.2015
Allan Valentiner, AMF Capital

An Anleihen führt kein Weg vorbei

Die Niedrig-Zins-Phase lässt die Erträge aus dem angelegten Kapital weiter schrumpfen. Allerdings: Steht der Kapitalerhalt im Fokus, führt selbst bei einer Null- oder Minus-Zins-Phase kein Weg an Renteninvestments vorbei! Um trotzdem eine adäquate Rendite zu erzielen, ist das Drehen an mehreren Stellschrauben entscheidend.

Die Sub-Prime-Krise der USA und deren nahezu übergangslose Fortsetzung in der Euro-Staatsschuldenkrise haben eine neue Phase eingeläutet: den Null-Zinszyklus. Gerade Stiftungen aber sind oft bei ihren Zahlungsstromplanungen auf eine Rendite von mehr als vier Prozent angewiesen – und spüren so den Zwang, deswegen alternative Anlageformen zum Rentenmarkt in Betracht zu ziehen. Wie stets bedeutet jedoch ein Engagement in alternativen, renditeträchtigeren Anlageformen auch ein erhöhtes (Ausfall-)Risiko.

Das Problem niedriger Zinsen ist nicht neu: In der „Zins-Bodenbildungs-Phase“ von etwa 2002 bis 2008 schwankte der Notenbank-Leitzins zwischen zwei und vier Prozent (durchschnittlich: 3,27 Prozent) und war damals schon nicht auskömmlich. Als direkte Folge wurden Investments getätigt, die sich später zu Zeiten der Krisen als enorme Verlustbringer entpuppten.

Das Außerachtlassen der Bonität der jeweiligen Emittenten führte zu Fehleinschätzungen und ließ die Renditeaufschläge („Creditspreads“) kräftig ansteigen. So ergaben sich aber auch Ertragschancen: Die weiten, damals oft ungerechtfertigten Creditspreads bei Unternehmensanleihen des Jahres 2009 führten in den Folgejahren zu traumhaften Renditen bei Rentenanlagen. 

Auch in Zukunft muss man mit derartigen Anomalitäten am Rentenmarkt rechnen, da der Handel im Euro-Rentenmarkt hauptsächlich zwischen Kreditinstituten betrieben wird. Deswegen wird es immer wieder Verwerfungen bei der Bewertung von Anleihen geben. 

Ebenso kann die zweite Stellschraube, das Laufzeitenmanagement, den Anlageerfolg unterstützen. Jeder Anleger weiß: Wer bei steigenden Zinsen lange Laufzeiten hält, fährt Verluste ein. Gleichzeitig gilt aber auch, dass bei fallenden Zinsen Investitionen in kurzen Laufzeiten nur niedrige Erträge generieren.

Selbst im Laufzeitenmanagement spielt das Bonitätsmanagement eine entscheidende Rolle: Wenn sich die Bonität eines Emittenten verbessert, ist es ertragreicher, in langen Laufzeiten des Emittenten investiert zu sein.

Am Bonitäts- und Laufzeitenmanagement führt für viele Stiftungen kein Weg vorbei. Einerseits wird uns der Null-Zins-Zyklus noch geraume Zeit begleiten. Andererseits helfen Investitionen im Rentenmarkt, die Volatilität und Stabilität des Portfolios und der Erträge zu steuern, wenn Kapitalerhalt als wesentliches Anlageziel gilt.

Allan Valentiner ist Vorstand bei AMF Capital, die als Aussteller auf der funds excellence am 23. Juni 2015 vertreten ist. Mehr Informationen unter www.fundsexcellence.de.

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