01.04.2015
Ingmar Przewlocka, SKALIS FUNDS

Optimales Marktumfeld für aktive Mischfonds

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Um die anspruchsvollen Renditeerwartungen der Investoren an Mischfonds erfüllen zu können, ist es für den Fondsmanager unabdingbar die ganze Klaviatur des Investmentuniversums zu spielen.

Währungsabwertungswettläufe, geopolitische Spannungen, notenbankinduzierte Geldschwemmen, ein historisch niedriges Zinsumfeld, inflationäre Assetpreisblasen und deflationäre Tendenzen der Realwirtschaft sind nur einige der wichtigsten aktuellen Herausforderungen für die Marktteilnehmer. Im Zuge dieses sich verändernden Kapitalmarktumfeldes, mit sehr kurzen Zyklen und abschmelzenden Risikobudgets, hinterfragen die Anleger vermehrt die Anforderungen an ihre Kapitalanlagen. Nach wie vor sind viele Investoren stark in Rentenpapieren engagiert. Das derzeitige Niedrigzinsumfeld birgt jedoch nur noch geringe Renditechancen bei gleichzeitig deutlich steigenden Kursrisiken. Auch wird die berechtigte Frage gestellt, inwiefern sich ein Investment in Mischfondsprodukte nach Kostenbelastung überhaupt noch lohnt.

Wie soll der Anleger auf diese Gemengelage reagieren? Oftmals werden derzeit Aktien als alternativlos angeführt - allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, dass alternativlos nicht mit risikofrei verwechselt werden sollte. Klassische Ansätze, wie "Buy-and-Hold", sind nicht mehr zeitgemäß, da sie für die zukünftigen Entwicklungen an den Rentenmärkten höchstwahrscheinlich zu statisch ausgerichtet sind. Viele Mischfonds sind de facto verkappte Rentenfonds mit einer kleinen Aktienkomponente. Ein Umdenken im Umgang mit den anvertrauten Kundengeldern und ein aktiver Managementansatz werden daher unerlässlich und der Bedarf an flexiblen Investmentprodukten, die schnell auf unterschiedliche Marktphasen reagieren können, wird steigen.

Die Produktklasse Mischfonds rückt somit in den Fokus der Investoren, da zur Erzielung einer angemessenen Rendite eine aktive Bewirtschaftung mehrerer Vermögensklassen notwendig ist. Viele dieser Fonds werden dem Anspruch der aktiven Allokationssteuerung zwischen den verschiedenen Vermögensklassen wie Aktien und Renten nicht gerecht. Empirische Studien belegen, dass die sog. "Asset Allocation", also die Steuerung der Quoten in den einzelnen Vermögensklassen, der primäre und zugleich anspruchsvollste Werttreiber ist - nicht die Einzeltitelauswahl.

Flexibilität ist jedoch nicht einzig in der Asset Allocation zwischen Aktien und Renten notwendig, sondern auch innerhalb der einzelnen Vermögensklassen: so stellt sich z.B. nach der Entscheidung über die Gesamtquote in Renten die Frage, welche Rentenklasse bietet die größte Attraktivitäty. Um Investmentthemen optimal auszunutzen, müssen die Quoten auch zwischen Pfandbriefen, Staats-, Schwellenländer- und Unternehmensanleihen aktiv und flexibel verändert werden. Zusätzlich kommt der Entscheidung, auf welchen Punkt in der jeweiligen Kapitalstruktur und Zinsstrukturkurve ein Investment getätigt werden soll, immer größere Bedeutung zu.

Es wird ersichtlich, dass das Management eines Mischfonds ein komplexer Vorgang mit vielen miteinander korrelierten Stellhebeln ist. Neben dem Hauptwerttreiber der Aktien-/Rentenallokation muss eine aktive Steuerung der Unterklassen auf der Aktien-, Renten- und Währungsseite Eingang in das erfolgreiche Management von Mischfonds finden. Ein hoher Spezialisierungs- und Fokussierungsgrad ist hier Voraussetzung. Es verwundert nicht, dass gute Anbieter in diesem Segment zumeist hochspezialisierte Nischenanbieter sind.

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Cédric Baron & Jean-Marc Pont, Generali Investments

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