Sascha Werner, Analyst im Asset Management bei Moventum

„Börsen reagieren immer wieder einmal heftig auf politische Verwerfungen. Gerade die großen und kleinen Krisen im politischen Betrieb sind je nach Stimmungslage der Märkte mal Auslöser für riesige Erregung. Aber manch anderes Mal versanden die Wellen, bevor sie sich richtig aufbäumen. Trump, Brexit, die Wahlen in Frankreich, den Niederlanden: Sie alle wurden zu entscheidenden Ereignissen hochstilisiert – und verloren recht bald ihren Schrecken. Das spricht für die alte Weisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben.

Auf eine einzelne Wahl zu schauen ist für Anleger uninteressant. Zumindest in den Industrienationen ändert sich in aller Regel durch Wahlen nichts Entscheidendes. Letztlich erhöhen sie für eine Weile die Volatilität, aber das ist für die Märkte nichts Ungewöhnliches. Unerwartet an der Italienwahl ist eigentlich nur, dass sich die Europäer so wenig Gedanken um eines ihrer Gründungsmitglieder machen müssen. Italien hat es trotz aller Turbulenzen in den vergangenen Jahren doch geschafft, sich vom Image des komplett erratischen Staates zu befreien und zu einer gewissen Stabilität zu finden. Das ist die positive Nachricht für die Märkte.“