Carsten Gerlinger, Director Asset Management bei der Fondsplattform Moventum in Luxemburg:

Carsten Gerlinger sieht für die Dollarschwäche verschiedene Gründe: So wird im Zuge der Trumpschen Steuerreform eine höhere US-Verschuldung wohl unausweichlich sein. Befürchtungen, dass sich die Geschichte wiederholen kann – nach der Steuerreform des früheren Präsidenten Reagan stieg damals die Verschuldung ebenfalls dramatisch an – sind nicht von der Hand zu weisen. „Zudem spiegelt die Dollarentwicklung natürlich auch die politische Schwäche Trumps wider. Sonderlich viel ist ihm während seiner Amtszeit noch nicht gelungen.

Und mit Blick auf Europa ist zu konstatieren, dass sich „Old Europe“ wirtschaftlich überraschend gut entwickeln konnte“, sagt Gerlinger. Doch obwohl der Euro auch gemessen an der Kaufkraft unterbewertet sei, gehe er dennoch von einem wieder stärkeren US-Dollar im Jahresverlauf aus. Dazu sollten vor allem die steigenden Zinsen in den USA beitragen, wodurch es attraktiver wird, in Dollar anzulegen. „Dazu kommt, dass der Dollar noch immer die Krisenwährung Nummer 1 ist, was im Zuge weltweiter Krisen 2018 eine Rolle spielen kann.“ Kurzfristig wird die Italienwahl ein Test für den Euro.

Steigende Inflation

Gerlinger von Moventum meint, dass eine weiter steigende Inflation in den USA die US-Notenbank dazu veranlassen könnte, aggressiver an der Zinsschraube nach oben drehen. Das würde zum einen die Refinanzierung für Staat und auch für Unternehmen verteuern, zum anderen aber auch die Attraktivität der Aktienanlage mindern. „Die Rendite selbst kurzlaufender US-Staatsanleihen liegt mittlerweile leicht über in Höhe der Dividendenrendite des S&P500“, so Gerlinger.

Risiken im Blick behalten

Wegen Währungsrisiken aber auf Anlagen außerhalb des Euroraumes zu verzichten, hält Gerlinger für keine gute Idee: „Der Verzicht auf Währungsrisiken bedeutet auch Verzicht auf Performancechancen. Für den Privatanleger ist es sinnvoller, das Risiko so zu begrenzen, dass er mit den Schwankungen im Rahmen seiner Risikofreudigkeit zufrieden ist“, sagt Gerlinger.