04.02.2015
Mischfonds

Flexible Mischfonds überzeugen trotz Rendite-Knick

/bilder/Finanzmonitor-Fotos/02_15leit_mischfonds.jpg

Im Vergleich zu Produkten mit starrer Allokation haben flexible Mischfonds zuletzt nicht überzeugt. Doch Anleger sollten sich nicht verunsichern lassen. Die Produkte funktionieren noch immer. Von Nico Popp

Es ist der Traum vieler Anleger – man investiert in ein Produkt, das auf jede Marktsituation reagiert und selbst bei der Allokation der Vermögensklassen flexibel ist. Die Gattung der flexiblen Mischfonds verspricht genau das. Aktienquoten zwischen null und einhundert Prozent stehen für Rendite und Sicherheit zugleich – doch wie sieht die Bilanz für flexible Multi-Asset-Produkte tatsächlich aus? 

Die Analysten der MMD Multi Manager GmbH pflegen seit Jahren eine umfangreiche Datenbank zu sämtlichen vermögensverwaltenden Fonds. Der Vergleich zwischen Produkten mit flexibler Allokation und Fonds mit einer starren Ausrichtung mit einem Risikoprofil von defensiv, ausgewogen oder offensiv fällt interessant aus. Insbesondere 2014 gelang flexiblen Fonds im reinen Performance-Vergleich nur ein schwaches Ergebnis. Lediglich defensive Produkte schnitten noch schlechter

Performance Vermögensverwaltende Fonds:

Fondskategorie

Performance
1 Jahr

Performance
3 Jahre

Performance
5 Jahre

VV-Fonds defensiv

4,23%

12,25%

12,82%

VV-Fonds ausgewogen

5,33%

18,51%

18,43%

VV-Fonds offensiv

7,52%

27,27%

31,44%

VV-Fonds flexibel

5,15%

19,28%

12,82%

 Stand: 31.12.2014 / Quelle: MMD Multi Manager GmbH

Flexible Produkte funktionieren

Auch auf Sicht von drei Jahren heben sich flexible Fondsprodukte nur geringfügig von ausgewogenen Produkten ab. Die Volatilität fiel mit 5,23 Prozent gegenüber 3,86 Prozent bei ausgewogenen Produkten auf Sicht von drei Jahren sogar deutlich höher aus. Auch innerhalb eines Zeithorizonts von fünf Jahren können flexible Mischfonds nicht überzeugen. Dennoch lehnt Norbert Neinhoeffer Fondsanalyst bei MMD, die Kategorie nicht gänzlich ab: „Die Performance an bestimmten Stichtagen zu betrachten, ist immer auch tückisch. Flexible Mischfonds haben wegen des plötzlichen Einbruchs im Jahr 2011 Federn gelassen. Dies schlägt sich noch heute auf die Performance auf Sicht von fünf Jahren nieder“, so der Branchenkenner. Auch führten hektische Börsenphasen dazu, dass flexible Produkte Schwierigkeiten bekämen: „Ein Großteil der flexiblen Mischfonds wird quantitativ gemanagt. Auf plötzliche Kursstürze können diese Produkte oft nicht reagieren. In normalen Börsenzeiten bieten gute Produkte aus dieser Gattung aber dennoch einen Mehrwert“, erklärt Neunhoeffer.

Auch während Extremsituationen seien Anlegern mit flexiblen Fonds gut bedient, meint der Fondsanalyst. „Im Jahr 2008 haben viele flexible Produkte bewiesen, was sie können. Damals haben viele Fondsmanager das Risiko rechtzeitig aus dem Portfolio genommen und den Anlegern so eine Überrendite beschert“, weiß Neunhoeffer. Gerade die unterdurchschnittliche Rendite im vergangenen Jahr kann als Indikator dafür gesehen werden, dass flexible Mischfonds in schwierigen Börsenzeiten noch immer einen Mehrwert bieten. „Das vergangene Jahr brachte für alle Produkte mit einer hohen Rentenquote Vorteile. Obwohl viele Marktteilnehmer das Potenzial für Anleihen schon vor einem Jahr als gering eingeschätzt haben, sind diese weiter gestiegen. Produkte mit einer hohen Rentenquote haben davon profitiert, ohne zwingend eine gute Investment-Entscheidung getroffen zu haben“, so Neunhoeffer.

2014: „Gewinne mit hohen Risiken erkauft“

Insbesondere die Gewinne auf dem Rentenmarkt seien im vergangenen Jahr mit hohen Risiken erkauft worden, glaubt der Fondsanalyst. Dass sich viele flexible Fonds im vergangenen Jahr bereits aus Anleihen verabschiedet haben, sei daher nicht negativ zu sehen. „Dies muss im Hinblick auf 2015 kein schlechtes Signal sein. Das Potenzial bei Anleihen ist begrenzt“, glaubt Fondsanalyst Neunhoeffer. Gerade für Produkte mit einer starren Allokation und einem hohen Mindestanteil an Renten, dürften es schwer werden, sollten weitere Zinsschritte nach unten ausbleiben. Nach einem für diese Produktgattung verlorenen Jahr, könnten flexible Mischfonds ihre Stärken 2015 voll ausspielen.

/bilder/Finanzmonitor-Fotos/Ben-Zimra_Eliezer_EdRAM.jpg
Eliezer Ben Zimra, Edmond de Rothschild Asset Management

Was ist die richtige Anleihestrategie für das neue Marktumfeld?

Wieso Anleihen aus Europa derzeit aussichtsreich sind und wie selektives Vorgehen noch immer attraktive Renditen einbringen kann, erläutert Eliezer Ben Zimra, Fondsmanager des Edmond de Rothchild Bond Allocation.
/bilder/Finanzmonitor-Fotos/03_15g_Castell_Dr_Achim_Hammerschmitt.jpg
Achim Hammerschmitt, Fürstlich Castell’sche Bank

Multi-Asset: Ohne Renten geht es nicht

Warum es ohne Renten nicht geht und wieso ein Blick über den Tellerrand attraktive Renditen bei geringeren Risiko zeigt, erklärt Dr. Achim Hammerschmitt in seinem Gastkommentar.
/bilder/Finanzmonitor-Fotos/markus-peter_2015.jpg
Markus Peter, Bellevue Asset Management

„Ausweg aus dem Anlagenotstand“

Wie Investoren mit dem Anlagenotstand umgehen können und warum Global-Macro-Strategien eine Lösung für konservativ ausgerichtete Anleger sein können, erklärt Markus Peter von Bellevue Asset Management in einem Gastbeitrag.
/bilder/Finanzmonitor-Fotos/Hr_Dreide_7260.jpg
Peter Dreide, TBF Global Asset Management

Von Übernahmen profitieren und stille Reserven aufbauen

Nach einem Rekordjahr bei M&A-Aktivitäten blicken Investoren gespannt auf 2016. Was Anleger vom jungen Jahr erwarten können und welche Strategien Renditen versprechen, erklärt Peter Dreide von TBF Global Asset Management.
/user_upload/Hoppe_FTI-2466_teaser.jpg
Matthias Hoppe, Franklin Templeton Investment

Gewinnpotenzial ist nicht alles

An den Börsen spielt Volatilität eine immer größere Rolle. Die Ursachen dafür sind: Sorgen um Griechenland, China und einen potenziellen geldpolitischen Kurswechsel in den USA. Matthias Hoppe, Portfolio Manager der Franklin Diversified Fonds, hält die Schwankungen für einen möglichen Vorboten weiterer Turbulenzen. Traditionelle Diversifizierungsmethoden sollten daher überdacht werden.