08.10.2015
Mischfonds

Volatilität — was nun?

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Schwankungen verunsichern viele Anleger. Doch Mischfonds kommen erstaunlich gut damit klar. Von Nico Popp

Gemessen am V-DAX fällt die Volatilität derzeit so hoch aus, wie seit Jahren nicht. Insbesondere Mischfonds, die auf hohe Aktienquoten setzen, können in solchen Marktphasen stark schwanken. Dies läuft den Erwartungen vieler Kunden, die solide Produkte für den langfristigen Vermögensaufbau erwarten, oftmals zuwider.  Das Team rund um den WALSER VV Strategie PERSPEKTIVE sieht derzeit sämtliche Anlageklassen übermäßig schwanken.  „Erhöhte Volatilität ist aktuell weder regional noch auf Asset-Klassen beschränkt“, verlautet es aus Österreich.

„Anlegern die Hintergründe der Volatilität erklären“

Auch Manfred Wiegel, Vorstand der Green Benefit AG aus Fürth, nimmt die Volatilität wie sie kommt: „Wir können mit der überdurchschnittlichen Volatilität anders als viele Mischfonds leben. Es hat sich aber als sehr gut erwiesen, den Investoren die Hintergründe und Folgen der Volatilität auch zu erklären“, so Wiegel. Wenn Fondspreise stärker schwanken als bislang, hat dies einen Hintergrund. Wiegel verweist auf Top-Unternehmen, die derzeit zu Kurs-Gewinn-Verhältnissen um 4 zu haben seien. „Wenn alle Unternehmen wegen Volkswagen Federn lassen, ist die Zeit, gezielt nachzukaufen. Unsere Aktienquote liegt derzeit bei 91 Prozent“, so Wiegel.

Kosten für Absicherung spielen kaum eine Rolle

Auch bei Walser denkt man einen Schritt weiter. Der historische Vergleich habe gezeigt, dass die größten Ausschläge des V-DAX in der Regel auch mit stark fallenden Kursen einhergehen. Nach einem solchen Kursrutsch gelte es, die Situation zu bewerten und bei Chancen zu investieren. Bis diese Chancen allerdings sichtbar sind, kann ein Fondsportfolio auf eine harte Probe gestellt werden. Nachhaltigkeits-Investor Wiegel verweist auf Intraday-Schwankungen von bis zu 37 Prozent bei einem als solide eingeschätzten Wachstumswert im Depot der Fürther während der größten Kursturbulenzen im August. „Stopps wären zwar grundsätzlich möglich, haben sich aber nicht als sinnvoll erwiesen“, so Wiegel, der ansonsten zur Absicherung auf Index-Futures, Forwards auf Währungen oder Anleihen setzt.

Während der Turbulenzen im August hat Wiegels Mischfonds, der Green Benefit Nachhaltigkeit Plus, keinerlei Absicherung betrieben, nachdem man die Aktienquote im Juli bereits deutlich gesenkt hat. „Grundsätzlich sichern wir massiv bei so genannten Schwarzen Schwänen ab“, erklärt Wiegel. Als Beispiele nennt der Fondsmanager Fukushima und die europäische Staatsschuldenkrise 2011. Die Kosten der Absicherung spielen für Wiegel keine große Rolle – Futures sind ohnehin günstig. „Da wir bei Futures schnell reagieren können und nicht zusehen müssen, bis eine Position gegen uns läuft, hatten wir die Kosten der Absicherung bislang gut im Griff“, erklärt Wiegel.

Nach dem Kursrutsch winken Chancen

Die Frage, ob Volatilität mehr Chance oder Risiko darstellt, lässt sich auch im Gespräch mit Fondsmanagern nicht abschließend klären. Wichtig scheint zu sein, Kunden über die derzeitige Positionierung im Fonds auf dem Laufenden zu halten. Nur so können Anleger Schwankungen nachvollziehen und hinnehmen. Wenn am Ende günstige Einstiegskurse winken, können sich selbst turbulente Marktphasen auszahlen.

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