Western Asset Management: Die EZB überraschte den Markt heute auf der defensiven Seite

Die Ergebnisse der heutigen EZB-Sitzung kommentiert Andreas Billmeier, Sovereign Research Analyst bei Western Asset Management, einem spezialisierten Investmentmanager und Teil von Franklin Templeton:

„Die EZB überraschte den Markt heute auf der defensiven Seite, indem sie einen Hinweis auf ein ‚deutlich höheres Tempo‘ der Käufe im Rahmen des PEPP-Programms im nächsten Quartal aufnahm. Die Märkte hatten etwas anderes erwartet, nachdem sich das Tempo gerade in der Zeit verlangsamt hatte, in der die Zinsen schnell gestiegen waren. Aber tatsächlich war das hauptsächlich ein Thema in der Pressekonferenz. Die Aufnahme eines Kommentars über das Tempo der Käufe in den formellen Beschluss steigert die Bedeutung dieser Käufe deutlich und beseitigt auch ein wenig die Unsicherheit bei der Entscheidung, wie viel gekauft wird: in jedem Fall mehr. Dies spiegelt eindeutig die Besorgnis der EZB über die Finanzierungskonditionen wider und stärkt ihr derzeit mächtigstes Instrument, um diese zu beeinflussen. Dennoch behält die EZB einen gewissen Ermessensspielraum, indem sie in der geldpolitischen Entscheidung nicht genauer ausführte, wie viel (mehr) sie im Rahmen des PEPP zu kaufen beabsichtigt. Aber sie verstärkte die quantitative Vorgabe – bis auf Weiteres 20 Milliarden Euro pro Monat – bezüglich des APP-Kaufprogramms. Die Anleihemärkte reagierten auf diese Überraschung und starke Absichtserklärung mit einer Rallye.“