„Viele Infrastrukturprojekte dürften vorgezogen werden, weil die Regierungen ihre lokale Wirtschaft, den Arbeitsmarkt sowie kleine und mittlere Unternehmen unterstützen wollen“, so die Experten des US-Investmenthauses ClearBridge Investments. Viele Projekte werden voraussichtlich vom Privatsektor finanziert und durch die Ausweitung von Konzessionsvereinbarungen „bezahlt“. Sie sind in der Regel einkommensneutral, aber wertsteigernd, und werden vom Markt oft übersehen.

In den USA dürfte Joe Biden als Präsident dafür sorgen, dass Infrastrukturausgaben stärker in den Fokus rücken: Profitieren werden wohl besonders Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, es dürfte eine Steigerung der Konjunkturfördermaßnahmen geben und einen stärkeren Ausbau des Mobilfunknetzes in ländlichen Gebieten.

„Versorgungsunternehmen sind ein Infrastrukturbereich, bei dem wir einen Aufwärtstrend sehen, da er nur unwesentlich von der Pandemie betroffen ist“, so ClearBridge. Dies liege am Dienstleistungscharakter, an kooperativen Regulierungsbehörden, seiner Bedeutung als Vorreiter bei der Reduzierung von Kohlenstoffemissionen und seiner sozialen Bedeutung als wichtiger Arbeitgeber. Mittel- und längerfristig wird eine ganze Reihe von Trends das Vermögenswachstum und die entsprechenden Erträge, den Cashflow und das Dividendenwachstum unterstützen. Dazu zählen höhere Zielvorgaben für erneuerbare Energien, die Umstellung von Gas auf Strom (sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich), der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie der Aufbau einer Netzresilienz gegen den Klimawandel.

„Im Verkehrsbereich sehen wir ebenfalls Chancen, da viele Regierungen die Pandemie nutzen, um das Verbraucherverhalten bei Reisen zu ändern.“ So bewirbt beispielsweise Europa 2021 als „das Jahr der Eisenbahn“. Hier wird es möglich sein, in langfristige Monopolgüter wie etwa den Eurotunnel zu investieren. Darüber hinaus erwartet ClearBridge von der US-Politik, dass sie die Verlagerung von Lieferketten unterstützt, was der Schieneninfrastruktur in ganz Nordamerika zugutekommen dürfte.

Schließlich hat die Pandemie die Planung für den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur im Bereich 5G beschleunigt. Dies wird das mittel- bis langfristige Ertragswachstum in der Funkmastindustrie fördern, die in börsennotierten Märkten in den USA, Europa, Asien und den Schwellenländern gut vertreten ist.