Moventum: Börsen überwinden Ukraine-Schock

Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den vom Westen verhängten harschen Sanktionen gegenüber Russland stieg die Volatilität an den Märkten deutlich an. In diesem Umfeld war die Relevanz der veröffentlichten makroökonomischen Daten begrenzt. Stattdessen standen die Auswirkungen der Sanktionen und möglicher Gegensanktionen auf die hiesige Wirtschaft im Fokus. Steigende Energiepreise dürften die Inflationsraten weiterhin auf hohem Niveau halten, gleichzeitig werden die hohen Energiepreise wohl den wirtschaftlichen Aufschwung gefährden. Die Zentralbanken stellt solch ein Szenario vor ein Dilemma und die Markteilnehmer beobachten genau, ob die Zentralbanken möglicherweise von ihrem bisher propagierten Straffungspfad abweichen. Insbesondere in den USA bleibt die Inflation weiterhin überdurchschnittlich hoch. Der von der Fed besonders stark beobachtete PCE-Inflation-Index stieg im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent an. Auf Jahresbasis betrug der Zuwachs 6,1 Prozent. Gleichzeitig blieb das Sentiment der Einkaufsmanager positiv: So stieg sowohl der von Markit berechnete Manufacturing-PMI (57,5 Punkte) als auch der Services-PMI (56,7 Punkte) stärker als erwartet an.

Trotz des Kriegsausbruchs in Europa entwickelte sich der globale Aktienmarkt, angetrieben von der Entwicklung US-amerikanischer Aktien, positiv. Den größten Verlust wies der japanische Aktienmarkt auf, Europa gab ebenfalls nach. Die Schwellenländer verloren deutlich stärker als die Industriestaaten, was nicht nur an der schwachen Entwicklung des russischen Aktienmarktes lag. Dessen Gewichtung im globalen EM-Index ist mit knapp drei Prozent überschaubar. Während sich in den USA im positiven Marktumfeld Small Caps besser als Large Caps entwickelten, wiesen sie in Europa eine Underperformance auf. Auf Stilebene entwickelten sich in beiden Regionen Growth-Aktien besser als Value-Titel. Auf Sektorebene sah es in den USA wie folgt aus: Relative Stärke bewiesen Titel aus den Sektoren Gesundheit, Rohstoffe und Versorger. Relative Schwäche zeigten die Sektoren zyklischer Konsum, Financials und Consumer Staples. In Europa ergab sich folgendes Bild: Am besten schnitten Aktien aus den Bereichen Gesundheit, Versorger und IT ab. Eine Underperformance zeigten die Sektoren Financials, zyklischer Konsum und Telekom.

Im Rentenbereich bewegten sich die Zinsen von Staatsanleihen in der Eurozone kaum, in den USA kam es hingegen zu einem Zinsanstieg. In einem volatilen Marktumfeld mussten Investment-Grade- und Hochzinsanleihen Verluste hinnehmen.

Auf der Währungsseite legte der US-Dollar gegenüber dem Euro zu (+0,85 Prozent). Der japanische Yen stieg um +0,47 Prozent an. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent stieg um rund vier US-Dollar und schloss bei 97,93 US-Dollar.