Western Asset Management: US-Verbraucher legen nur eine Konsumpause ein

Die Umsätze im US-Einzelhandel sind im letzten Quartal 2020 zurückgegangen. Manche Kommentatoren sehen ein Comeback der Krise. Michael J. Bazdarich, Produktspezialist bei Western Asset Management, gibt Entwarnung und zieht einen Vergleich zu 2019.

Im Dezember sank der Umsatz im US-Einzelhandel um 0,7 Prozent. Auch die Umsätze des Vormonats wurden nach unten korrigiert. Angesichts dieser Zahlen gibt es bereits Stimmen, die diesen Effekt der Pandemie zuschreiben. Produktspezialist Bazdarich sieht die Situation allerdings anders: „Bereinigt man die Einzelhandelsumsätze um Transaktionen, die auch von Geschäftskunden stammen können, indem man den KFZ-Handel, Tankstellen oder den Baustoffhandel außen vor lässt, fallen die Rückgänge bereits geringer aus.“

Die grundlegende Situation im Einzelhandel ist nach Ansicht des Marktbeobachters kein Grund zur Sorge: „Nachdem Konsumenten bis in den Herbst hinein Nachholbedarf hatten und einen Konsumstau abgebaut haben, bewegen sich die Umsätze im Einzelhandel aktuell wieder auf ein normales Maß zurück. Lediglich die Gastronomie ist im Dezember von den erneut schwierigen Bedingungen aufgrund der Maßnahmen gegen das Virus getroffen worden“, sagt Bazdarich.

Dass die Zahlen des US-Einzelhandels nicht weiter problematisch sind, veranschaulicht Bazdarich auch anhand der Zahlen des Vor-Pandemiejahres 2019: Trotz der Rückgänge im Dezember verbleiben die Einzelhandelsumsätze in den USA auf einem höheren Niveau als im Vorjahresmonat. Exkludiert man Branchen wie die Gastronomie oder Sektoren, die stark von Geschäftskunden frequentiert werden, fallen die Unterschiede sogar noch deutlicher aus. „Der Rückgang der Einzelhandelsumsätze im vierten Quartal 2020 ist kein Grund zur Besorgnis, sondern eher eine Gegenbewegung, die nach der Überkompensation der Vormonate zu erwarten war. Ein Einbruch, der durch die Pandemie verursacht wurde, lässt sich anhand der Zahlen nicht ablesen“, sagt Bazdarich.