Vier Jahre nach Beginn des Krieges steht die Ukraine weiterhin unter enormem Druck: Energieinfrastruktur, landwirtschaftliche Flächen und Produktionsanlagen sind schwer beschädigt, vielerorts fehlt es Unternehmen an Liquidität und Planungssicherheit. Während ein Ende des Krieges nicht absehbar ist, leisten internationale Partner einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft und zur Sicherung der Energieversorgung. Eine zentrale Rolle spielen dabei Blended-Finance-Lösungen, die öffentliche und private Mittel gezielt kombinieren.
Finance in Motion GmbH investiert in der Ukraine mit Kapital von zwei Investmentfonds, dem Green for Growth Fund (GGF) und dem European Fund for Southeast Europe (EFSE). Beide Fonds werden durch das Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Risikokapital unterstützt. Finance in Motion als Fondsmanager ist auf Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländer spezialisiert, wo viele Kapitalgeber zögern. „Ziel ist es, wirtschaftliche Resilienz zu stärken, Energieunabhängigkeit zu fördern und zugleich europäische Lieferketten zu stabilisieren“, sagt Sylvia Wisniwski, Mitgründerin und CEO von Finance in Motion.
Die Ukraine hat mehr als 50 Prozent ihrer Energieerzeugungskapazitäten verloren. Angriffe auf Stromnetze und Kraftwerke führen regelmäßig zu Ausfällen. Dezentrale erneuerbare Energieprojekte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Daher investiert Finance in Motion über den Green for Growth Fund in zwei Projekte: Ein Windpark in der Region Odessa soll jährlich rund 384.000 MWh sauberen Strom erzeugen und erhebliche CO₂-Einsparungen ermöglichen. In der Ostukraine soll eine Solaranlage im Jahr etwa 28.000 MWh Strom liefern. Beide Projekte entstehen in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Goldbeck Solar sowie lokalen Banken. Das BMZ stellt hierbei das Risikokapital zur Verfügung.
„Diese Vorhaben sichern nicht nur Strom für Haushalte und Unternehmen in der Ukraine, sondern schaffen auch Aufträge entlang europäischer Wertschöpfungsketten“, sagt Wisniwski. „Sie zeigen, dass verantwortungsvolle Investitionen selbst unter Kriegsbedingungen möglich sind.“
Neben der Energieversorgung steht die Stabilisierung der Realwirtschaft im Mittelpunkt. Verwüstete Felder, zerstörte Maschinen und beschädigte Produktionshallen haben viele Betriebe in eine existenzbedrohende Lage gebracht. „Gerade kleine und kleinste Unternehmen benötigen kurzfristig Kapital, um weiter produzieren zu können“, so Wisniwski.
Über den European Fund for Southeast Europe (EFSE) und seinen eigens eingerichteten Ukraine Sub-Fund stellt Finance in Motion gezielt Finanzierungen für ukrainische Unternehmen bereit. Allein 2025 flossen rund 80 Millionen Euro an kleine und mittlere Betriebe. Die Mittel dienen unter anderem dazu, landwirtschaftliche Maschinen zu ersetzen, Produktionsanlagen wiederaufzubauen und Lieferketten aufrechtzuerhalten. Dafür arbeitet der EFSE eng mit lokalen Banken zusammen, die Kredite an Unternehmen vergeben.
„Blended Finance erweist sich als effektives Werkzeug, um Private Investitionen anzukurbeln und so speziell kleinen Betrieben durch schwierige Zeiten zu helfen“, sagt Wisniwski. „Gleichzeitig stabilisieren solche Investitionen die Versorgung Europas etwa mit Weizen, Mais und Sonnenblumenöl. Das schafft Verlässlichkeit auch für Unternehmen und Verbraucher hierzulande.“
Der Ansatz von Finance in Motion kombiniert öffentliche entwicklungsorientierte Gelder mit privatem, institutionellem Kapital. Öffentliche Investoren wie das BMZ übernehmen gezielt Kreditausfallrisiken und geben privaten Anlegern Sicherheit. Darüber hinaus profitieren im Falle der Ukraine die Fonds auch durch zusätzliche Investitionsgarantien des Bundes. Dadurch entsteht ein Hebeleffekt, der zusätzliche Investitionen in Märkte ermöglicht, die für klassische Finanzierungen derzeit zu riskant erscheinen.
Seit über 20 Jahren investiert Finance in Motion in Schwellenländern weltweit. Das Unternehmen strukturiert und managt mehr als 4 Milliarden Euro Anlagevermögen (AuM) in mehreren Artikel-9-Impact-Fonds. Durch die Kombination aus langfristigen Partnerschaften, lokaler Expertise und innovativen Finanzierungsstrukturen zeigt sich auch in der Ukraine: Blended Finance kann selbst unter extremen Bedingungen positive Wirkung entfalten.
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