Die jüngste Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) markiert einen Wendepunkt für den Private-Debt-Markt. „Zwar profitieren Anleger weiterhin von attraktiven laufenden Erträgen“, sagt Melanie Aimer, Chief Commercial Officer bei Finance in Motion. „Doch bei anhaltend höherem Zinsniveau verschiebt sich der Fokus zunehmend von der reinen Renditebetrachtung hin zu einer neuen Bewertung von Risiken, Kreditqualität und der Leistungsfähigkeit von Asset-Managern.“ Wer als Private-Debt-Manager nur in Zeiten hoher Liquidität erfolgreich war, wird jetzt scheitern.
Mit ihrer Zinserhöhung signalisiert die EZB, dass Kapital auch künftig nicht mehr zu den Konditionen der vergangenen Niedrigzinsjahre verfügbar sein wird. Gleichzeitig verbleiben auch andere wichtige Notenbanken auf einem vergleichsweise restriktiven Kurs. Für den Private-Debt-Sektor bedeutet dies eine Neubewertung. „Höhere Basiszinsen können zwar die Ertragsaussichten vieler Kreditstrategien verbessern, sie erhöhen jedoch gleichzeitig die Anforderungen an die Kreditprüfung und das Risikomanagement“, sagt Aimer. Institutionelle Investoren werden künftig strenger prüfen, wie Renditen erzielt werden und welche Risiken diesen tatsächlich zugrunde liegen.
„In einem Umfeld höherer Zinsen reicht es deshalb nicht mehr aus, nur attraktive Renditen auszuweisen“, so Aimer. „Entscheidend ist die Fähigkeit eines Asset-Managers, Risiken präzise zu bewerten, Kredite sorgfältig auszuwählen und auch in schwierigeren Marktphasen stabile Ergebnisse zu liefern.“ In den entwickelten Märkten hat sich der Wettbewerb in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Ein anhaltender Kapitalzufluss führte zu einer zunehmenden Marktverdichtung, wodurch die Risikoprämien vieler Finanzierungen unter Druck gerieten. Die Folge: In zahlreichen Segmenten erscheinen die erzielbaren Renditen heute vergleichsweise gering im Verhältnis zu den eingegangenen Risiken.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Strategien an Bedeutung, die auf weniger effiziente Märkte und eine konsequente Risikoselektion setzen. Finance in Motion verfolgt diesen Ansatz seit mehr als zwei Jahrzehnten in Schwellen- und Entwicklungsmärkten. Dort ist Kapital wesentlich weniger gut verfügbar, die Marktineffizienzen sind ausgeprägter und so auch die Möglichkeiten größer, Risiken angemessen zu bepreisen. „Wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die lokale Marktkenntnis“, sagt Aimer. „Finance in Motion arbeitet mit mehr als 200 lokalen Finanzinstituten zusammen und verfügt über Erfahrungen aus unterschiedlichen Wirtschafts- und Marktzyklen.“ Diese Kombination aus lokalem Zugang und langjähriger Expertise ermöglicht eine differenzierte Bewertung von Kreditrisiken und eröffnet Investitionsmöglichkeiten, die in entwickelten Märkten häufig nicht mehr verfügbar sind.
Hinzu kommt eine Fondsstruktur, die zusätzliche Schutzmechanismen für private Investoren vorsieht. In ausgewählten Strategien übernehmen öffentliche Kapitalgeber sogenannte First-Loss-Positionen und stärken damit die Risikopuffer für private Anleger. „Gerade in einem Umfeld steigender Finanzierungskosten und zunehmender Kreditausfälle gewinnen solche strukturellen Sicherungsmechanismen an Bedeutung“, sagt Aimer.
Die aktuelle Zinslandschaft wird zu einer stärkeren Differenzierung innerhalb des Private-Debt-Marktes führen. Während höhere Zinsen grundsätzlich das Ertragspotenzial der Anlageklasse unterstützen, werden Anleger künftig verstärkt auf die Qualität des Underwritings, die Robustheit der Fondsstrukturen und vor allem auf den nachweisbaren Track-Record der verantwortlichen Asset-Manager achten. „Je selektiver die Märkte werden, desto wichtiger wird die Frage, wer auch unter anspruchsvollen Bedingungen nachhaltig Wert schaffen kann“, sagt Aimer. „Für institutionelle Investoren rückt damit eine Erkenntnis zunehmend in den Vordergrund: Nicht die höchste ausgewiesene Rendite entscheidet über den langfristigen Anlageerfolg, sondern die Fähigkeit eines Managers, Risiken über Marktzyklen hinweg erfolgreich zu steuern und zu bepreisen.“
Für weitere Informationen: www.finance-in-motion.com

