J.P. Morgan AM: Investment-Grade-Anleihen eröffnen attraktive Renditechancen

Der Markt für Investment-Grade-Anleihen ist mit einer außergewöhnlichen Dynamik in die ersten beiden Monate des Jahres 2026 gestartet: Allein in der ersten vollen Woche wurden in den USA Investment-Grade-Papiere im Wert von rund 95 Milliarden US-Dollar emittiert – das viertgrößte Wochenvolumen der Geschichte. Dieses Rekordangebot wurde maßgeblich durch den Finanzsektor und die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur getrieben und traf auf eine enorme Nachfrage der Investoren, die das Volumen mühelos absorbierte. Da das Kaufinteresse das Angebot derzeit materiell übersteigt, eröffnen sich für Anlegerinnen und Anleger attraktive Renditechancen. So boten in der Vergangenheit Phasen hoher Emissionstätigkeit im Investment-Grade-Markt gute Gelegenheiten. Nach Einschätzung von Iain Stealey, International Chief Investment Officer in der Fixed Income, Currency & Commodities Gruppe bei J.P. Morgan Asset Management, sind derzeit insbesondere Carry-Strategien sowie Bankanleihen attraktiv. Auch angesichts der jüngsten geopolitischen Eskalationen im Nahen Osten sieht Stealey einen „Flight to Quality“, bei dem Investoren vermehrt Schutz in liquiden und bonitätsstarken Papieren suchen. 

Fundamentale Stärke trifft auf expansiven Unternehmenszyklus

Die Fundamentaldaten für Anleihen hoher Bonität (Investment Grade, kurz IG) präsentieren sich nach den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 äußerst solide, basierend auf gesunden Unternehmensbilanzen und robusten Kreditkennzahlen. In den USA ist ein deutlicher Trend erkennbar: Unternehmen priorisieren zunehmend Investitionen sowie Fusionen und Übernahmen. Dies deutet darauf hin, dass sich der Markt in einer expansiveren Phase des späten Konjunkturzyklus befindet. Vor allem der Ausbau von Technologie-Infrastruktur und Rechenzentren treibt das Investitionswachstum voran, was bereits in zwei Dritteln der IG-Sektoren zu höheren Ausgaben im vergangenen Jahr geführt hat. Der „One Big Beautiful Bill Act“ wirkt hierbei weiterhin unterstützend, während Unternehmen gleichzeitig ihre Geschäftsmodelle an die Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) anpassen.

Die Ertragslage untermauert diese positive Einschätzung: Im dritten Quartal 2025 stiegen die Gewinne in den USA um 4,5 Prozent und die Umsätze um 3,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Sowohl Umsatz als auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beschleunigten sich auf Quartalsbasis und markierten damit eine der stärksten Perioden der jüngeren Vergangenheit. Und auch wenn das US-Wachstum zum Jahresende etwas an Schwung verloren hat, konnten die Unternehmen im S&P 500-Index ihre Gewinne im Gesamtjahr 2025 um rund zwölf Prozent steigerten und für die Jahre 2026 und 2027 werden Gewinnsteigerungen von jeweils rund 15 Prozent prognostiziert.

Hohe Emissionstätigkeit trifft auf starke Nachfrage

„Dass der Markt das enorme Emissionsvolumen zum Jahresauftakt mit einer mehr als deutlichen Überzeichnung und nur minimalen Zugeständnissen bei der Preisgestaltung absorbiert hat, verdeutlicht das enorme Vertrauen der Anleger“, erklärt Iain Stealey. „Trotz des anhaltenden Margendrucks in Sektoren wie Chemie und Konsumgütern verbessern sich die operativen Kennzahlen insgesamt. Wir erwarten eine Fortsetzung der positiven Umsatz- und EBITDA-Entwicklung, sobald die Unternehmen die Auswirkungen der anhaltenden Zolldebatte vollständig verarbeitet haben“, führt Stealey aus. 

In der Vergangenheit hat der Investment-Grade-Markt Phasen massiver Emissionswellen stets gut verarbeitet. „Zwar weiteten sich die Sektor-Spreads als Reaktion auf das hohe Angebot oft vorübergehend aus, doch bot dies in der Vergangenheit häufig attraktive Gelegenheiten für Anleger“, erklärt Stealey. Aktuell zeige sich derzeit das Bewertungsniveau stabil.

„Ein wesentlicher Treiber für die hohe Nachfrage ist die Verknappung renditestarker Papiere am Sekundärmarkt. Da der Anteil der Anleihen, die mit einer Rendite von über 6 Prozent gehandelt werden, deutlich gesunken ist, sind Neuemissionen bei Anlegern derzeit besonders begehrt“, sagt Anleihenexperte Stealey. In den USA bleiben Privatanleger, ausländische Investoren und Lebensversicherer gleichermaßen aktiv. Stealey geht davon aus, dass sich die Kapitalströme zunehmend zugunsten ausländischer Anleger verschieben, da die Geldpolitik weltweit divergiert: Während in den USA die Hoffnung auf Zinssenkung vorherrscht, zeichnen sich in Japan Zinserhöhungen ab – eine Kombination, die die Zuflüsse in den US-Kreditmarkt weiter beflügeln könnte. In Europa bleibt die technische Marktverfassung ebenfalls stark, wobei die Nachfrage hier weiterhin primär durch Investmentfonds getrieben wird.

Ausblick: 2026 mit Rekord-Emissionsvolumen – „Hyperscaler“ vorneweg

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Iain Stealey mit einem Rekordniveau bei den Bruttoemissionen. Ein wesentlicher Teil dürfte von den sogenannten „Hyperscalern“ – den führenden Technologieplattformen – kommen, deren Emissionsvolumen in den nächsten zwei Jahren rund 240 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Dies würde ihren Anteil am US-Investment-Grade-Markt auf 6,6 Prozent steigern. In Europa werde das Angebot voraussichtlich durch Refinanzierungen dominiert, während M&A-bezogene Emissionen vor allem von „Reverse Yankee“-Emittenten, also US-Unternehmen mit Euro-Emissionen, stammen dürften.

Implikationen für Anleger: Carry-Strategien und Bankensektor attraktiv

Für den weiteren Jahresverlauf erwartet Iain Stealey eine Fortsetzung der positiven Entwicklung bei Investment-Grade-Anleihen, wobei die USA gegenüber Europa etwas besser abschneiden dürften. „Der Markt ist gut positioniert, um das erhöhte Angebot aufzunehmen und gleichzeitig jene Emittenten zu belohnen, die attraktive Renditen bieten“, so Iain Stealey.

Stealey bevorzugt derzeit Papiere mit hohem Carry und mittlerer Laufzeit sowie Sektoren mit klarem strukturellem Rückenwind. „Eine Übergewichtung besteht weiterhin im Bankensektor, wo die Kombination aus hoher Profitabilität und starken Kreditkennzahlen Raum für eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt bietet“, sagt Stealey. Investoren suchten derzeit verstärkt nach Rendite und bevorzugten dabei Wertpapiere, die in der Kapitalstruktur weiter unten angesiedelt sind, wie etwa nachrangige Anleihen. Im Gegensatz dazu sei in Sektoren wie Chemie, Basiskonsumgütern sowie im Nahrungs- und Genussmittelbereich Vorsicht geboten. „Hier erscheinen die aktuellen Spreads nicht ausreichend, um die spezifischen sektoralen Risiken angemessen zu kompensieren“, sagt Stealey.

„Angesichts der weiterhin divergierenden Geldpolitik zwischen den USA, Europa und Japan bleibt Flexibilität bei der Sektor- und Titelauswahl entscheidend. In einem Umfeld mit hoher Emissionstätigkeit und engen Spreads können aktiv gemanagte Strategien gezielt Marktineffizienzen nutzen und so zusätzliche Renditechancen erschließen.“

Aktive ETFs als effizientes Instrument für Unternehmensanleihen-Investments

Um von den Chancen im Markt für Unternehmensanleihen zu profitieren, bieten sich aktiv gemanagte ETFs als effiziente Investmentmöglichkeit an. Der JPMorgan Global IG Corporate Bond Active UCITS ETF (JIGG) ermöglicht einen flexiblen Zugang zu einem diversifizierten Portfolio hochwertiger Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Das erfahrene Portfoliomanagement-Team wird von einem globalen Research-Team mit mehr als 70 quantitativen und fundamentalen Research-Analysten unterstützt: Dank des etablierten aktiven Investmentprozess und den umfangreichen Ressourcen, lassen sich Marktineffizienzen gezielt ausnutzen, um von den Diversifikations- und Renditevorteilen des globalen Unternehmensanleihenmarktes effizient zu profitieren. Dabei liegt die Gesamtkostenquote bei attraktiven 0,25 Prozent. 

Weitere Informationen zum Angebot der aktiven UCITS-Anleihen-ETFs von J.P. Morgan Asset Management sind einschließlich der Risikoprofile unter am.jpmorgan.com/de/etf zu finden.