Der Impact-Asset-Manager Finance in Motion hat 175 Millionen US-Dollar an öffentlichen Mitteln für ein neues Programm zur Dekarbonisierung erhalten. Ein Vielfaches dieser Summe soll jetzt an zusätzlichen Mitteln privater institutioneller Investoren mobilisiert werden. Eine erste Investitionsrunde ist für 2027 geplant.
Bereitgestellt werden die Mittel über den weltweit größten Klimafonds, den Green Climate Fund (GCF), der Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels unterstützt. Bei der Umsetzung arbeitet Finance in Motion mit der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) zusammen, die sich für eine nachhaltige Industrieentwicklung einsetzt. Mit dem Kapital sollen Unternehmen in Schwellenländern dabei unterstützt werden, ihre CO₂-Emissionen zu senken und sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.
Das Programm finanziert die Brown-to-Green-Transformation: Unternehmen sollen ihre Emissionen senken, indem sie Energie besser nutzen und damit eine sauberere Industrie- und Lebensmittelproduktion ermöglichen. Zugleich sollen die Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.
Institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherern bietet das Programm die Möglichkeit, diesen Wandel zu finanzieren und dabei Renditen entsprechend ihren Anforderungen zu erzielen. Der Blended-Finance-Ansatz nutzt öffentliches Kapital, um Risiken abzufedern, die der Markt heute noch nicht angemessen bepreisen kann. So können institutionelle Investoren Risiken eingehen, die sie einschätzen und entsprechend bewerten können. Der Green Climate Fund trägt einen Teil der Risiken, bevor das Kapital privater Investoren herangezogen wird. Das erleichtert den Zugang für institutionelle Anleger.
„Die Unternehmen brauchen Investitionen, um ihre Betriebe zu modernisieren und gleichzeitig ihre CO₂-Emissionen zu senken“, sagt Sylvia Wisniwski, CEO von Finance in Motion. „Die Initiative baut auf der 20-jährigen Investmenterfahrung von Finance in Motion in Schwellenländern auf – mit kumulierten Verlusten von weniger als 0,5 Prozent seit Gründung. Unsere Erfahrung zeigt: Blended-Finance-Strukturen können privates Kapital mobilisieren, wenn öffentliche Mittel mit Investmentexpertise und diszipliniertem Risikomanagement zusammenkommen. Diese Erfahrung bringen wir nun in die Finanzierung der Brown-to-Green-Transformation ein.“
Investiert wird in zehn Schwellenländern auf vier Kontinenten über lokale Finanzinstitute sowie direkt in Unternehmen und Projekte. Das Risiko verteilt sich so auf verschiedene Länder, Sektoren und Projektarten, statt sich auf einen einzelnen Markt zu konzentrieren. Gefördert werden Energie- und Ressourceneffizienz, Abfallvermeidung, erneuerbare Energien sowie der Umstieg auf Strom oder sauberere Brennstoffe. In der Lebensmittelproduktion unterstützt das Programm emissionsärmere Verfahren und hilft Betrieben, sich an veränderte Klimabedingungen anzupassen.
„Institutionelle Investoren, die die Brown-to-Green-Transformation finanzieren wollen, brauchen Anlagemöglichkeiten mit Diversifikation und Skalierbarkeit“, sagt Melanie Aimer, Chief Commercial Officer bei Finance in Motion. „Indem wir Investitionen über verschiedene Schwellenländer hinweg bündeln, soll genau dieser Bedarf gedeckt werden. Und das mit angemessenen risikobereinigten Renditen und messbaren Emissionssenkungen. Öffentliche Mittel können dabei helfen, institutionelles Kapital mit ganz konkreten Verbesserungen in Industrie und Lebensmittelproduktion zusammenzubringen.“
„Diese Initiative zeigt, wie der GCF Blended Finance einsetzt, um institutionelles Kapital in großem Maßstab für Klimaschutz in Entwicklungsländern zu erschließen“, sagt Kristin Lang, GCF-Regionaldirektorin für Lateinamerika und die Karibik. „In zehn Ländern wird das Programm den Übergang zu emissionsarmen, klimaresilienten Industrie-, Agrar- und Ernährungssystemen beschleunigen und ganze Sektoren auf nachhaltigere Entwicklungspfade bringen. Das Junior-Equity-Investment des GCF in Höhe von 175 Millionen US-Dollar wird das Dreifache dieses Betrags an vorrangigem Kapital mobilisieren. Das zeigt, wie strategisch eingesetzte öffentliche Finanzierung private Investitionen dorthin lenken kann, wo sie am dringendsten gebraucht werden.“
Ergänzend zu den Investitionen soll eine Beratungs- und Kapazitätsfazilität in Höhe von 20 Millionen US-Dollar Projekte finanzierungsreif machen und messbare Klimawirkungen sicherstellen. Finance in Motion unterstützt lokale Finanzinstitute dabei, Investitionschancen zu bewerten und Projekte vorzubereiten. Die UNIDO fördert den übergreifenden Wandel in Industrie und lokalen Märkten, der für den Erfolg dieser Investitionen nötig ist.
„Um unsere Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, ihre Industrien nachhaltig, widerstandsfähig und zukunftsfähig aufzustellen, müssen wir Entwicklungsgelder und privates Kapital in großem Umfang mobilisieren“, sagt Gerd Müller, Generaldirektor der UNIDO. „Blended-Finance-Instrumente wie die gemeinsame Initiative von UNIDO und Finance in Motion sind wichtig, um Risiken zu senken und deutlich mehr Kapital in eine grüne Industrialisierung zu lenken. So entstehen menschenwürdige Arbeitsplätze, wir schützen unseren Planeten und stärken die Widerstandsfähigkeit. Wir müssen Klimaziele in konkrete Investitionsmöglichkeiten übersetzen.“
Über seine gesamte Laufzeit soll das Programm mehr als 1,9 Milliarden US-Dollar für Klimainvestitionen mobilisieren, den CO₂-Ausstoß um rund 31 Millionen Tonnen senken und mehr als 1,4 Millionen Menschen helfen, den Folgen des Klimawandels besser standzuhalten.

