aream: Energiewende – nicht schlecht, aber nicht genug

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland kommt voran, ihr Anteil an der Stromerzeugung wächst, ist aber immer noch zu langsam. Dass die Ausbauziele erreicht werden, ist nicht garantiert. „Umso wichtiger ist es, an diesen Zielen festzuhalten und aufs Tempo zu drücken“, kommentiert Andreas Ehrbar, Chief Operating Officer der aream Group.

Gute Nachrichten vom Statistischen Bundesamt: Von den 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom, die im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland erzeugt wurden, stammten 59,1 Prozent aus Erneuerbaren Energiequellen. Im ersten Halbjahr 2025 waren es nur 58 Prozent. Die Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Quellen zog mit 6,5 Prozent stärker an als die gesamte Stromproduktion (+ 4,5 Prozent). „Das ist ermutigend, reicht aber nicht aus“, erklärt Ehrbar.

Auch bei der Photovoltaik ist die Dynamik derzeit zu schwach, um die steigenden Ausbauziele bis 2030 zu erreichen. Noch liegt die installierte Leistung über dem Ausbaupfad, doch der Vorsprung schrumpft. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung lag das Ausbautempo zuletzt nur bei knapp 80 Prozent des künftig erforderlichen Tempos nach rund 90 Prozent im vorangegangenen Halbjahr. Auch die Windkraft an Land wuchs weiterhin viel zu langsam. Lange Vorlaufzeiten und zögerliche Investitionen gefährden die Zielerreichung.

„Zwar schreitet die technologische Entwicklung voran, doch die Rahmenbedingungen sind alles andere als stabil“, so Ehrbar. „Aber im Sinne des Klimaschutzes und vor allem der Energieunabhängigkeit vom nicht-europäischen Ausland muss die Politik hier Sicherheit schaffen, um den schnellen, subventionsfreien Ausbau zu ermöglichen.“

Die deutschen Solaranlagen im aream-Portfolio litten im abgelaufenen August unter Störungen und unter Abregelungen von etwa 1.634 MWh, die vergütet werden. Inklusive Abregelungen wurde der Soll-Wert zu 99 Prozent erreicht, ohne Abregelungen lag die Zielerreichung bei 74 Prozent. Bei den spanischen Anlagen lief die Produktion stabil, allerdings gingen durch Abregelungen 1.314 MWh verloren, die nicht vergütet werden. Die Zielerreichung betrug 65 Prozent, inklusive Abregelungen waren es 91 Prozent aufgrund unterdurchschnittlicher Einstrahlungswerte. In Italien sorgten starke Spannungsschwankungen im Stromnetz wiederholt für Ausfälle und Störungen an Transformatoren und Wechselrichtern. Der Soll-Wert wurde dennoch zu 98 Prozent erreicht.

Insgesamt stabil war die Produktion bei den deutschen Windanlagen im aream-Portfolio bei regional sehr unterschiedlichem Windaufkommen. Abregelungen kosteten 800 MWh, die aber kompensiert werden. Die Zielerreichung lag im abgelaufenen August bei rund 96 Prozent, seit Jahresbeginn beträgt der Wert rund 76 Prozent.