Moventum: Sachwerte für schwere Zeiten

Furcht vor der KI-Blase, geopolitische Spannungen, Staatsschulden, Krieg und Inflation: Angesichts zahlreicher Krisenherde rücken Sachwerte stärker in den Fokus. „Mittelfristig bieten Metalle attraktive Chancen, getragen von einer robusten Weltkonjunktur und steigenden Infrastrukturausgaben“, sagt Thorsten Fischer, Managing Director und Head of Portfolio Management bei Moventum AM.

Der Goldpreis hat in den vergangenen Monaten nach seinem Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar je Feinunze eine deutliche Korrektur durchlaufen. Auch das abgelaufene Quartal war von spürbarer Volatilität geprägt: So lag das Edelmetall zwischenzeitlich mehr als 15 Prozent im Plus, bevor es mit dem Anstieg der realen Anleiherenditen seit Ende August einen Großteil dieser Gewinne wieder abgeben musste. Doch trotz der Kursverluste im September hat sich der Goldpreis oberhalb der Marke von 4.000 Dollar stabilisiert. „Nach der außergewöhnlichen Rallye zu Jahresbeginn ist diese Konsolidierung ein gesundes Zeichen“, so Fischer. Kurzfristig erwartet er eine neutrale Entwicklung bei erhöhter Volatilität. Ein wesentlicher Faktor bleibt die anhaltend hohe geopolitische Unsicherheit, die Kapital strukturell in sichere Häfen wie Gold treibt. Nach oben gedeckelt wird der Preis allerdings durch die stark erhöhten Anleiherenditen, die die Attraktivität von Gold als zinsloses Asset schmälern. 

Auf Sicht von zwölf Monaten hingegen ist Fischer optimistisch: „Zentral ist dabei, dass globale Zentralbanken ihre Goldbestände weiter aufstocken und der graduellen Diversifizierung weg vom US-Dollar treu bleiben“, erklärt er. Dies gilt insbesondere für viele Schwellenländer-Notenbanken. Gold hat sich damit als zweitgrößtes Reserve-Asset im internationalen Währungssystem etabliert. Zusätzlich untermauert wird dieser strukturelle Nachfragetrend durch die geo- und wirtschaftspolitische Unsicherheit sowie die fortschreitende Entwertung von Fiat-Währungen im Zuge expansiver Fiskalpolitik und dauerhaft hoher Staatsverschuldung. „Auf Jahressicht bleibt Gold ein strategischer Profiteur globaler Unsicherheit und fortschreitender Entdollarisierungstendenzen.“

Bei Silber sieht es ähnlich aus, denn das Metall unterliegt denselben Belastungsfaktoren wie Gold. Die Korrektur war jedoch deutlich heftiger: Vom Rekordhoch bei rund 120 Dollar je Unze Ende Januar hat sich der Silberpreis auf etwa 60 Dollar Anfang Oktober halbiert. Auch das dritte Quartal zeigte kräftige Ausschläge. Nach einem spürbaren Anstieg bis Ende August gab das Metall einen Großteil der Gewinne wieder ab. „Silber ist Wertspeicher und Krisenschutz, aber auch ein gefragtes Industriemetall“, sagt Fischer. Dadurch unterliegt der Silberpreis vielen Einflussfaktoren und schwankt entsprechend stärker als Gold. „Mittelfristig bleibt das Bild konstruktiv, denn die industrielle Nachfrage stützt den Preis“, so Fischer. Hinzu kommt ein strukturelles Angebotsdefizit: „Die Förderung lässt sich kurzfristig kaum ausweiten.“

Palladium, das hauptsächlich für Kfz-Katalysatoren genutzt wird, hat eine regelrechte Berg- und Talfahrt hinter sich: Nach dem Rekordhoch von knapp 3.500 Dollar je Unze im Jahr 2022 fiel der Preis auf gut 800 Dollar im August 2024. Bis Ende Januar dieses Jahres stieg der Preis auf knapp 2.200 Dollar, bevor er sich im September mit zuletzt rund 1.200 Dollar erneut seinem Juni-Jahrestief näherte. „Noch stärker als bei Silber bestimmt hier die industrielle Nachfrage der Automobilbranche das Geschehen“, sagt Fischer. Auf der Angebotsseite ist die Förderung stark konzentriert und damit anfällig für Störungen. „Ein Großteil der Produktion stammt aus Russland und Südafrika“, erklärt Fischer. Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben, eine Bodenbildung zeichnet sich noch nicht ab. „Auf ein Jahr gesehen ist das fundamentale Bild dagegen günstig“, so Fischer: Neben der regionalen Konzentration begrenzen auch die langen Vorlaufzeiten für neue Minen das Angebot. Die Nachfrage dürfte zugleich stabil bleiben, denn noch ist der Bedarf in der Fahrzeugproduktion hoch. Fischer: „Das aktuelle Preisniveau bietet aus unserer Sicht eine attraktive Ausgangsbasis, weshalb wir positiv positioniert bleiben.“

Kupfer gilt als Fieberthermometer der Weltkonjunktur und zeigt aktuell in die richtige Richtung: Anfang September markierte das Industriemetall mit knapp 15.000 Dollar je Tonne ein neues Rekordhoch. Trotz Gewinnmitnahmen steht für das Quartal immer noch ein Plus von rund acht Prozent. „Getrieben wurde die Rallye allerdings auch von der Erwartung möglicher US-Zölle, die das verfügbare Angebot außerhalb der USA verknappt hat“, erklärt Fischer. Kurzfristig dürften handelspolitische Entscheidungen für Schwankungen sorgen. Für die nächsten zwölf Monate sei das Bild jedoch klar positiv. „Stromnetze, Elektromobilität und KI-Rechenzentren treiben die Nachfrage, während sich die Förderung nur langsam ausweiten lässt.“ Fischers Fazit: Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage dürfte sich weiter öffnen. „Rücksetzer sehen wir daher als Einstiegsgelegenheiten.“

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